Segelfliegen.
Da Segelflugzeuge keinen eigenen Antrieb besitzen, brauchen sie anfangs etwas Hilfe um in die Luft zu kommen. Meistens werden Segelflugzeuge mit einer Seilwinde in eine Höhe von ca. 400 m über Grund geschleppt. Etwas komfortabler, aber auch deutlich teurer ist der Flugzeugschlepp. Hier zieht ein Motorflugzeug mit einem ca. 40 m langen Seil das Segelflugzeug in die Luft.

Einmal in der Luft liegt es in den Händen des Piloten das Wetter bestens auszunutzen. Segelflugzeuge können nur gleiten und nicht selbst durch Motorkraft an Höhe gewinnen. Deswegen muss der Pilot Aufwinde suchen, auf denen er mit seinem Flugzeug weiter in die Höhe steigen kann und somit länger in der Luft bleibt.


Die häufigste Aufwindform die Segelflieger nutzen ist die “Thermik”. Thermik entsteht wenn die Sonne auf die Erdoberfläche scheint. Dabei wird der Erdboden unterschiedlich stark erhitzt. Der Erdboden gibt diese Wärme an die Luftschichten direkt über dem Boden weiter. Durch die unterschiedliche Erwärmung des Bodens wird auch die Luft unterschiedlich erwärmt. Warme Luft ist leichter als kalte Luft, deswegen steigen über besonders warmen Gebieten Luftmassen auf und über kaltem Untergrund sinkt die Luft ab. Segelflieger nutzen dies geschickt aus und können in diesen Aufwinden bis in Höhen von mehreren tausend Metern aufsteigen. Diese Höhe können wir nutzen um wieder zum nächsten Aufwind zu gleiten. So sind Flüge über viele Stunden und viele hundert Kilometer möglich.
Eine weitere Aufwindform, die hier in Laucha gerne genutzt wird, ist der Hangaufwind. Dieser Aufwind entsteht, wenn bei Süd–West–Wind der Hang des Unstrutals direkt angeströmt wird. Wenn der Wind auf den Hang trifft, wird er nach oben abgelenkt. Dadurch entsteht über dem Hang ein Aufwindpolster in dem Segelflugzeuge die Höhe halten oder sogar steigen können. So sind auch ohne Sonneneinstrahlung Flüge über mehrere Stunden möglich.
Die dritte Möglichkeit mit einem Segelflugzeug Höhe zu gewinnen ist der sogenannte Wellenaufwind. Diese Wellen entstehen bei sehr starkem Wind auf der Rückweite von Gebirgen. In den Alpen, aber auch in den Mittelgebirgen wie im Harz und im Thüringer Wald können mit dieser Aufwindform Höhen von über 10000m erflogen werden. Der Flugplatz Laucha befindet sich nördlich der Finne. Die Finne ist zwar nicht so hoch wie die oben genannten Gebirge, trotzdem wurden in der Welle der Finne schon Höhen von bis zu 3000m erflogen.

FAQ
Was passiert, wenn kein Wind mehr da ist?
Gar nichts! Das heisst: Das Flugzeug fliegt genauso ohne Wind, wie mit Wind. Man fliegt nicht mit dem Wind sondern mit der Thermik (warmer aufsteigender Luft), in der das Segelflugzeug nach oben steigt und die Höhe dann abgleitet.
Was passiert, wenn keine Thermik mehr da ist?
Wenn kein Flugplatz zum Landen in der Nähe ist, landet man am besten auf dem nächsten Feld (Acker). Da es vorkommen kann, dass es plötzlich keine Thermik mehr gibt, ist es gar nicht so selten ein Flugzeug auf einem Feld liegen zu sehen. Diese Außenlandungen, werden von der Presse meistens als Notlandungen bezeichnet, sind aber ganz normal und nicht viel gefährlicher als eine normale Landung auf dem Flugplatz. Dann kommen ein paar Helfer vom eigenen Platz mit Anhänger und helfen, das Flugzeug auseinander zu nehmen und fahren einen dann wieder zurück.
Ist Segelfliegen gefährlich?
Viele Menschen haben Angst Segelzufliegen, weil sie es für sehr gefährlich halten. Zunächst einmal: Es wäre gelogen zu sagen, dass Segelfliegen nicht gefährlich sei. Segelfliegen birgt, wie alle anderen mobilen Betätigungen (Autofahren, Motorradfahren o.a.) eine gewisse Gefahr in sich. Was viele aber nicht wissen ist, dass es auch hier Regeln gibt, die die Gefahr um ein Vielfaches verringern. So wie man nicht betrunken, oder zu schnell fahren sollte, sich anschnallen und das Auto regelmäßig zur Wartung bringen sollte, so gibt es auch für das Segelfliegen Grundregeln. Gerade weil man sich beim Segelfliegen der Gefahr mehr bewusst ist, als auf dem “sicheren” Boden im Auto, ist man von Grund auf vorsichtiger und nicht so leichtsinnig. Auch die Ausbildung zum Piloten wird sehr gründlich gemacht, und dauert viel länger als bei einem gewöhnlichen Führerschein. Gerade junge Menschen lernen durch das Segelfliegen frühzeitig mit Gefahren verantwortungsvoll umzugehen. Segelflieger sind also nicht mutiger als andere Menschen. Laien halten oft Flugzeuge mit Motor für sicherer als Segelflugzeuge. Dies ist aber ein Irrtum. Der Segelflieger ist es gewohnt ohne Motor zu fliegen. Er praktiziert täglich, was Motorflieger nur sehr selten erleben, nämlich einen Flug ohne Motor. Er weiß, wie und wo man sicher landen kann außerhalb des Fluggeländes. Außerdem hat ein Segelflugzeug eine sehr aerodynamische Form und gleitet weit länger als ein Motorflugzeug mit ausgefallenem Motor.
Kann ich Segelflugpilot werden?
Ja natürlich! Jeder der mindestens 14 Jahre alt ist kann mit der Segelflugausbildung beginnen. Eine Obergrenze gibt es nicht. In unseren Verein wurden auch schon Piloten ausgebildet, die über 60 Jahre alt waren.
